Oster-Sonderangebot: Die katholische Kirche führt Ablassbriefe wieder ein

ablassbrief

Wittenberg. Deutschland. Als Wiedergutmachung für die gewöhnungsbedürftigen Osterfeiertage 2020 (Pandemie, etc.) führt die katholische Kirche die einst beliebten und zutiefst vermissten Ablasszettel wieder ein.

“Nach vielen Jahrhunderten darf wegen einer Kleinigkeit kein böses Blut mehr herrschen. Die Vergangenheit wollen wir hinter uns lassen. Heute kommen wir offenen Herzens unseren Kirchengemeinden in dieser schwierigen Zeit entgegen. Auf uns können sie immer zählen. Die Last der Verantwortung das Haus nicht verlassen zu dürfen und die, durch einen unausgewogenen Lebensstil hervorgerufenen Schuldgefühle übernehmen wir ab sofort! Lassen sie sich von den vielen leeren Cola Dosen und den zerknitterten Schokoladenpapieren weder beschämen, noch einschüchtern. Sie zahlen, wir liefern ihnen innere Ruhe direkt vor die Haustür! Unsere Dienstleistungen sind selbstverständlich auch online erhältlich. Laden Sie bloss unsere sichere und benutzerfreundliche “PayForPeace” Applikation herunter!”, forderte Gotthelf Bleibtreu, der Pressesprecher der katholischen Gemeinde in Sachsen-Anhalt, auf.

“Ich begrüsse diese Initiative”, schreibt Maria C., eine begeisterte online Anwenderin. “Seit Jahren erhoffe ich mir eine Möglichkeit für meine Sünden bezahlen zu dürfen. Buchstäblich. Den Tausch finde ich fair und praktisch. Ich danke der katholischen Kirche für dieses tolle Ostergeschenk. Gerne wieder.”, lautet Marias online Feedback zum aktuellen Service.

Kurze Geschichtsstunde: Der Ablassbrief wurde ursprünglich im Mittelalter von der katholischen Kirche eingeführt. Durch die Praxis der Ablassbriefe sollte den Gläubigen ein dem Geldbetrag entsprechender Erlass zeitlicher Sündenstrafen im Fegefeuer für sie oder für bereits gestorbene Angehörige bescheinigt werden können. Ein System, das im Grossen und Ganzen gut funktioniert hat bis ein gewisser Martin Luther ganz böse darauf reagierte und unbedingt die Kirche dann auch noch reformieren musste. Zeitgenössische Forscher meinen diese Überreaktion Martin Luthers auf einen Streit mit seiner Schwiegermutter zurückführen zu können, die These bleibt allerdings umstritten.

500 Jahre nach dem Showdown des obengenannten Herrn Luther, darf nun die katholische Kirche Ihnen wieder ab nur €50 pro Gewissensmakel die Möglichkeit anbieten, Exzesse und Sünden aus ihrem Betriebsystem diskret und elegant zu entfernen. Ein Ostersonderangebot gibt es natürlich auch: für nur €35 dürfen sie ihren unersättlichen Appetit für Toilettenpapier, Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken schleunigst wegzaubern. Unsere Plattform bleibt durchgehend offen und ist für alle Gewissensbisse da. Wir versprechen Ihnen in aller Ehrlichkeit, dass dabei Martin Luthers Geist definitiv nicht absichtlich verletzt oder gekränkt wurde.

Die katholische Kirche, Ihre Kirche, wünscht Ihnen frohe Ostern und gesegnete Feiertage!

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